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            Service

            Hier findet ihr leckere Rezepte, dort kostenlose Downloads – und es gibt viel zu lesen, z.B. Sinnvolles, Heilpflanzen,Glyx-Mama, oder Xunt-Blog

               

                 

                Aktuell

                Gesund leben? Im Januar 2020 starten die wieder die drei Begleitprogramme "Pure" und "Fasten & Glyxen" und "Salto Vitale".

                   

                   

                  Simple GLYX – die gesunde, nachhaltige, ganzheitliche Diät von Marion Grillparzer. Xunt leben & glyxen! Die GLYX-Diät - Xunt - Gesunde Ernährung - Abnehmen

                   

                   

                  SINN-VOLLES FÜR UNS ALLTAGSPHILOSOPHEN

                   

                  Michael Bauer war Mönch im Benediktinerkloster St. Paul, Kärnten. Seit vielen Jahren praktiziert er traditionelle christliche und asiatische Meditationsformen. Als begeisterter Läufer entwickelte er zudem eine einzigartige Verbindung zwischen Ausdauertraining und spiritueller Praxis, die er in seinem Buch "Die Seele läuft mit" (Integralverlag) und "Power für die Seele" (Südwest) veröffentlichte.
                  Er schreibt exklusiv für den Glyx-Letter.

                  In-sich-gehen: Geh-Meditation zuhause

                  Das Gehen eignet sich hervorragend als Meditation in Ihren vier Wänden oder im eigenen Garten. Wem das meditative Laufen nicht liegt oder wer für die Sitzmeditation zu wenig „Sitzfleisch“ – sprich: Geduld – mitbringt, dem sei das Gehen als Meditation ans Herz gelegt. Es ist eine ausgezeichnete Achtsamkeitsübung. Wo immer Sie gehen können, da können Sie üben. Führen Sie die Übung ganz langsam und konzentriert aus. So wie das beim chinesischen „Schattenboxen“ Tai Chi Chuan der Fall ist. Wir machen stattdessen „Schattengehen“.

                  Ihr Blick ist geradeaus gerichtet, ohne einen speziellen Punkt zu fokussieren. Sie konzentrieren sich auf Ihre Füße und auf Ihre Schritte. Stellen Sie sich aufrecht hin, Ihre Arme hängen natürlich und locker an Ihren Seiten herunter. Atmen Sie durch die Nase langsam ein und aus. Eine tiefe Zwerchfellatmung.

                  Spüren Sie Ihre Füße, atmen Sie mithilfe Ihrer Vorstellungskraft quasi zu Ihren Füßen hinunter. Lenken Sie Ihre Vorstellungskraft zu Ihren Füßen und stellen Sie sich vor, wie Sie über Ihre Füße ein- und ausatmen. Sie sind nun geerdet. Ihre Schultern sind entspannt, und Ihr Kopf-Nackenbereich ist locker, ganz so, als hinge er an einem feinen Faden, der am Himmel befestigt ist. Berühren Sie den Gaumen leicht mit Ihrer Zungenspitze. Das steigert die Achtsamkeit. Nun gehen Sie los. Ganz langsam. Ganz absichtslos. Heben Sie den rechten Fuß und lassen Sie ihn langsam nach vorne gleiten. Setzen Sie mit der Ferse zuerst auf und rollen Sie Ihren Fuß ab, bis er vollen Bodenkontakt hat. Spüren Sie bewusst diesen Kontakt mit der Erde. Jetzt verlagern Sie das Gewicht auf Ihr rechtes Bein und machen Sie einen Schritt mit dem linken nach vorne. Wieder mit der Ferse aufsetzen und abrollen. Verlagern Sie das Gewicht nun auf das linke Bein und machen Sie einen Schritt mit dem rechten Fuß nach vorne. Und so weiter. Entspannen Sie beim Gehen Ihre Knie und geben Sie ein wenig nach, sodass die Knie nicht durchgestreckt sind. So haben Sie einen besseren Stand. Fühlen Sie den Untergrund, auf dem Sie gehen. Ihre Füße geben Ihnen Sicherheit und Halt.
                  Machen Sie die Geh-Meditation gute fünf Minuten lang. Am Morgen nach dem Aufstehen oder auch tagsüber, wann immer Sie Zeit haben und wenn Ihnen der Stress wieder mal den Boden unter den Füßen nimmt. Die Geh-Meditation können Sie auch barfuß machen. Wechseln Sie auch regelmäßig den Untergrund, auf dem Ihre Füße üben dürfen. Die Geh-Meditation beruhigt und fördert Ihre Achtsamkeit. Sie gehen in sich und finden zu sich. Schritt für Schritt.

                  Minuten-Eremiten

                  Der laute Schrei so mancher Augenblicke weckt das Verlangen nach wohltuender Stille. Wie wäre das schön. Jetzt und hier ein wenig Raum für sich alleine. Zur Ruhe kommen können. Keine Gelegenheit. Der Job. Die Kinder. Die fehlende Zeit. Dabei gäbe es doch Angebote zuhauf. Tage der Stille im Haus der Einkehr. Kloster auf Zeit. Wellnessurlaub in ländlicher Abgeschiedenheit. Meditation am Berg. Mamma mia, das wäre fein. Eine Handvoll Zeit für mich. Einen Platz zum Chillen. Aber natürlich, den habe ich doch. Sie ebenfalls. Jeden Tag halten wir uns dort auf. Mehrmals. Zuhause in den eigenen vier Wänden. Und in den vier Wänden unserer Arbeit. Mindestens ein solches Plätzchen hat jeder. Manche haben sogar mehrere davon: Das „Stille Örtchen“. Nomen est Omen. Sofern man es still sein lässt. Denn Homo-sapiens-Hightech will selbst dort nicht ohne Verbindung zur Außenwelt sein. iPhone und Tablet ermöglichen es dem Unruhegeist, während er seine kleinen und großen Geschäfte erledigt, seine kleinen und großen Geschäfte abzuwickeln. Dann gibt es noch die Stille-Örtchen-Lese-Ratte. Zeitunglesen am Locus. Vielleicht um die negativen Schlagzeilen gleich auf direktem Wege zu verdauen? Lassen wir dem „Stillen Örtchen“ doch seine Stille! Denn wo sonst ist man im Laufe des Tages so ungestört und mit sich alleine als gerade dort. Dort wird man zum Kurzzeit-Eremiten. Ein kleiner Retreat vom Alltag im Alltag. Was für ein Luxus. Besonders, wenn man am Kraftörtchen der Stille  eine „Sitzmeditation“ einlegt, eröffnen sich mitunter überraschende Perspektiven. In sitzender Verneigung vor dem Wunder Augenblick. Das Örtchen des Spülens wandelt sich zum Ort des Spielens. Gedankenspiele. Ideenspiele nehmen ihren natürlichen Lauf. Unsere Fantasie wird aus ihrem engen Korsett befreit. Bauchgehirn und Kopfgehirn reichen sich die Hand und laufen wie Gott sie schuf über das weite Land des Alles-Ist-Möglich-In-Diesem-Augenblick. Das „Stille Örtchen“ bietet neben grenzenlosen Gedankenspaziergängen auch die Möglichkeit sich zu sammeln. Bei sich einkehren. Bei sich hinsetzen. Bei sich nachhören. Das Kopfchaos ordnet sich. Um wieder in neuer Frische ans Tagewerk zu gehen. Liebe Chefinnen und Chefs: Lobpreisen Sie daher die Toiletten-Eremiten-Pausen Ihrer Mitarbeiter! Allen anderen sei gesagt: Möge die Stille des Örtchens mit Ihnen sein!

                  Baumgeflüster

                  Manchmal wünsche ich mir, ich wäre baumhafter. Bäume sind beeindruckende Lebewesen. Besonders jene, die sehr reich an Jahresringen sind. Die stämmigen, die majestätisch in der Landschaft stehen. Unerschütterlich. Kräftig aber dennoch nicht starr. Diese betagten Holzpersönlichkeiten vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit. Ihre Wurzeln schlängeln sich tief in die Erde hinab, ihre Kronen streben gen Licht und Himmel empor. Ein schönes Symbol für Leben. Spricht man deshalb auch vom „Lebensbaum“? Ein wenig mehr Baum, bitte! Geh zu einem alten Baum! Staune, höre und lerne von ihm. Er trotzt standhaft gewaltigen Stürmen. Wie leicht komme ich hingegen aus dem Gleichgewicht. Bei dem An-Sturm von Meinungen anderer über mich. Bei den Verlockungen der Werbung, die mir sagt, was ich alles brauchen muss, damit ich glücklich sein kann. Beim Sirenengesang falscher Glückspropheten. Beim Lärm meiner persönlichen Ängste. Wenn ich kritisiert werde. Wenn ich in die Wolken gelobt werde. Da fühle ich mich nicht wie ein Baum. Verwurzelt in mir. Verwurzelt in einem gesunden Selbstvertrauen. Verwurzelt in Gleichmut. Nein, eher wie eines seiner flatterhaften Blätter, das von der kleinsten Brise hin und her gewirbelt wird. Bäume werfen wohltuende Sommerschatten. Das Leben wirft Schatten. Hin und wieder fühlt man sich als Schatten seiner selbst. Lebt im Schatten anderer. Aus ängstlicher Gewöhnung. Viele Bäume bringen Früchte hervor. Wohlschmeckende, gesunde und nahrhafte. Welche Früchte bringe ich in die Welt? Bin ich Nahrung für die Seelen anderer? Mache ich Menschen „satt“? Oder lebe ich so, dass man mich nur satt haben kann? Habe ich mich am Ende selber schon satt? Bäume geben Sauerstoff. Gute Luft. Spenden Leben. Trage ich zur Lebendigkeit bei? Wie gehe ich mit unserer Erde um? Mit ihren Ressourcen? Verschwende ich Energie? Lebe ich auf Pump künftiger Generationen? Nehme ich anderen die Luft zum Atmen? Mensch, Tier, Pflanze. Oder dürfen sie in meiner Gegenwart aufatmen? Bäume lehren uns auch, dass wir Menschen sind. Keine Bäume. Bäume stehen auf einem Ort, um leben zu können. Wir Menschen sind Bewegungswesen. Wir können und dürfen uns bewegen. Das gehört zu unserem Naturell. Wenn wir uns nicht mehr bewegen – körperlich, geistig, seelisch – dann bewegt uns nichts mehr. Dann vertrocknen unsere Wurzeln. Dann vertrocknet unsere Phantasie, unsere Kreativität, unser Mitgefühl, unser Mensch-Sein. Gehen Sie heute noch zu einem alten Baum: Hinsetzen. Still werden. Lauschen.

                  Urlaub bringt endlich Lange-Weile

                  In diesen Tagen sieht man sie wieder in die Briefkästen flattern: Schwärme von bunten Reiseprospekten. Sie ziehen gen Norden um die Menschen gen Süden zu locken. Nach Urlaub dürstende Sommermenschen. URlaub. Eine URsehnsucht. Welche durch die sommerlich heißen Sonnenstrahlen zur vollen Reife gelangt. Raus aus dem bekannten Alltagsrhythmus! Raus aus dem Alltagsstress! Und endlich rein in –  ja wohin denn eigentlich? In den nächsten Stress. Urlaubsstress. Den braucht man, um der Urlaubsleere zu entfliehen. Viele werden sogar von einem Urlaubsschock heimgesucht. Plötzlich ein Überschuss an Zeit. Freier Zeit. Das muss man erst mal verkraften. Es wird sogar Urlaubsmomente geben, wo man sie ganz für sich alleine hat. Diese freie Zeit. Wo man mit ihr alleine sein wird. Um Himmels willen! Was macht man denn da? Die Urlaubsleere kommt nicht alleine. Sie bringt einen lieben Verwandten mit. Das Unbehagen vor der Langeweile. Das nächste Schreckgespenst. Ich persönlich kann mich nicht genug langweilen. Die Langeweile schenkt uns eine „Lange Weile“. Ein langes Bleiben im Augenblick. Die Möglichkeit bei sich zu sein oder zu sich zu kommen. Eine Lange-Weile für seine Ideen, für seine Kreativität, für das Staunen über das scheinbar Selbstverständliche im selbstverständlich gewordenen Leben. Lange-Weile für das Denken. Das Nachdenken. Das Vorausdenken. Das Überdenken. Das Hinterfragen. Das Auffinden von den Dingen im Leben, mit denen man sich künftig mehr langweilen möchte. Die Lange-Weile schenkt uns Zeit zum Stehenbleiben. Sie gibt Augenblicke zum Durchatmen, zum Aufatmen. Sie ist unserer Seele eine Hängematte, in der sie ab und an baumeln darf. Bevor sie ins Straucheln kommt. Die Lange-Weile verschafft uns Raum, Urlaub von uns selbst zu machen. Eine Chance für neues Sehen. Das Wegsehen vom ach so wichtigen Ego und das Hinsehen auf andere. Ein mitfühlendes Hinsehen, kein verurteilendes Herabsehen. In der Lange-Weile kann man hören. Hinhören auf das, was einem andere zu sagen haben. Was einem die Natur sagen möchte. Die Tiere. Das eigene Herz. Man kann Hinhören auf jene Fragen, die einem die vier Wände seines „stillen Kämmerleins“ stellen. Man kann Antworten suchen. Sich selbst suchen. Sich selbst finden. Lang lebe die Lange-Weile!

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