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                  Herzlich willkommen auf meinem xunt-Blog. Hier schreibe ich über alles, was mir zum Thema Gesundheit durch den Kopf geht.

                   

                   

                  Nein, meinen Weizen ess’ ich nicht

                  Gestern bin ich mal wieder milde belächelt worden, als ich darum bat, meinen Abend getreidefrei verbringen zu dürfen. Weil ich dann besser schlafe, morgens keine Schmerzen in den Handgelenken habe, tagsüber über viel mehr Energie verfüge, nicht übermüde bin und meine Darmbakterien nicht meutern.

                  Fleischlos, das sieht man heutzutage merkwürdigerweise viel eher ein, als getreidefrei. Und wenn getreidefrei, dann müsse man ja schon mindestens unter der Autoimmunerkrankung Zöliakie leiden. Das tut aber nur jeder Tausendste in Deutschland. So 1 bis 3 Prozent. Denen macht Gluten den Darm kaputt. Wann man das habe, dann hätte man ja einen Grund... Ansonsten hat man halt einen an der Waffel. So die anderen 20 Prozent, die plötzlich genesen, wenn sie den Weizen (leider auch Dinkel) weglassen. Einen in der Waffel. Jeder fünfte. Ja, der du das liest gerade vielleicht auch. Bei denen kann man mittels Biopsie und IGE-Antikörper-Test sowohl Zöliakie als auch Weizenallergie ausschließen. Also vertragen sie Getreide und sollen sich nicht anstellen. Nur: Merkwürdigerweise geht es ihnen besser, wenn sie glutenhaltiges Getreide weglassen. Die kaufen dann teure glutenfreie Produkte, stellen die Ernährung auf den Kopf und haben nix! Außer einen an der Waffel. Seit Jahren erzähle ich das.

                   

                  So war das bis dato. Endlich gibt es Neues aus der Wissenschaft, Rückendeckung für mich sozusagen. Und wie eine Uniprofessorin an den Darmzotten selbst beweist, dass wir ganz normal sind, uns (also etwa 20 Prozent) Getreide halt den Darm kaputt macht, wir krank werden. Nun gibt es eine Forschergruppe für Experimentielle Endomikroskopie an der Kieler Uni. Die endlich beweist, dass wir (jeder fünfte!) die Getreide-Waffeln wirklich nicht vertragen. Nennt sich NCWS (Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität). Professor Anette Fritscher-Ravens schickt über einen Schlauch Allergieauslöser wie Weizen (aber auch Ei, Soja, Kuhmilch, Hefe) direkt an die Wand im 12-Fingerdarm. Und siehe da: Weizen schießt bei den Empfindlichen an den kleinen empfindlichen Darmzotten Löcher in die Wände. Reißt Proteinverbände einfach brutal auseinander. Wer meine Bücher kennt, hat schon mal was vom Leaky-Gut-Syndrom gelesen. Löcher in der Darmschleimhaut, die gröbere Moleküle vom Darm in den Körper lassen. Leaky-gut richtet viel an: totale Müdigkeit, Allergie, Gelenkschmerzen, chronische Entzündungen, Kopfschmerzen, Depressionen. Die üblichen Verdächtigen, die solch Entzündungsreaktionen in Darm und Körper auslösen, sind neben Weizen: Ei, Soja, Kuhmilch, Hefe, aber auch Emulgatoren wie E466 und E433.

                   

                  Mitunter ist Weizen auch verantwortlich für das Reizdarmsyndrom. Haben 12 Millionen Deutsche. Die leiden mitunter so, dass sie wirklich kurz davor stehen, vom siebten Stock runterzuspringen. Vor allem, wenn sie von Ärzten als Psycho bezeichnet werden. Hatte ich einige Fälle. (Ganz nebenbei: Konnte ich helfen mit erst Mal Getreideverzicht und „Die Suppe heilt“.)

                  Nun läuft im renommierten Berliner Charite eine Studie, die mal guckt, ob da nicht jeder 2. bis 3. Reizdarmpatient Weizen nicht verträgt.

                  Der Feind ist freilich (weiß jeder, der meine Bücher liest) nicht nur das Gluten, sondern vor allem auch die ATIs (Amylase-Trypsin-Inhibitoren), das Getreideeigene Insektizid. Das der Grashüpfer nicht verträgt. Wir aber auch nicht. Die verstärken Entzündungen im Körper. Rheuma. Darmentzündungen.

                  Nun: Bauchweh machen auch die kurzen Gärungszeiten der Industrie. Brotteig, der 4,5 h vor dem Backen ruhen darf enthält kaum mehr FODMAPs. Fermentierbare Di-, Oligo- und Poly-Saccharide.

                  05. September 2017

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