Heute morgen schälte sich die Sonne durch den Nebel und lud mich zum Laufen ein. Wunderschöne Zeichnungen hat da der Raureif in Wiesen und Schilf gemalt. Am Bansee laufen zwei Schwäne über das Wasser. Und oben auf dem Betzlerberg gucke ich in das von Bergen gerahmte Puderzuckertal – und seufze. Ein langer Augenblick, der es schafft mein Katastrophengehirn ins Fünf-Prozent-Glück zu tauchen.
95 Prozent der Zeit beschäftigt sich der Geselle dort oben nämlich mit negativen Dingen. Nein, nicht nur bei mir. Ist bei jedem so. Wir alle unterliegen der Diktatur eines Negativ-Tyrannen. Einer, der Gedanken-Kuchen bäckt die uns nicht schmecken. Muss man sich mal vorstellen. Einen Kuchen von 100 Teilen. Und nur 5 Teile davon herrlich schokoladig. Die anderen essen wir aber ständig. Bitter, glitschig, verbrannt … Wie dumm ist das denn? Unser Hirn hält uns mit dem was es da auskocht stets auf dem Programm Unwohlsein. Mit bitteren Gedanken, verbrannten Gefühle, glitschigem Befinden. Traurigkeit, Neid, Hass, Zorn, Wut, Angst… All das Negative besitzt dort oben die Kraft eines Magneten. Und das Positive muss beim Eintreten diesen Magneten überwinden. Wer hat sich das nur ausgedacht? Wie wäre es schön, wenn das andersherum wäre. 95 Prozent Liebe, Friede, Freundschaft, Dankbarkeit, Mitgefühl… hängen magnetisch in unserem Hirn. Und alles was da an Negativem ankommt, Angst, Unzufriedenheit, Neid… muss sich erst mal Platz machen. Erst mal kräftig rütteln, damit es in diesem ganzen Positiven Denken und Fühlen überhaupt Sitz machen darf. Gell Maxxl, wie schön wär‘ das denn? Nun müssen wir uns halt eines Tricks bedienen. Anhalten. Gucken, hören, riechen, schmecken, fühlen… Augenblick skannen. Für sensationell gut bewerten. Ins Gehirn schicken. Immer wieder. Die Ingredienzien für den Gedankenkuchen ein wenig aufmischen. Schokokuchenanteile erhöhen. Nennt sich Achtsamkeitstraining. Funktioniert jeden Augenblick. Muss man nur tun.